Palas (von lateinisch palatium = kaiserliches Schloß) ist nach den Wehranlagen der wichtigste und Hauptbau der Burg.
Palas der Burg Lichtenberg
von Holger Dussberg

Das Herrenhaus - oder auch Palas - ist mit einer Grundfläche von 8 m x 31,5 m der bisher größte bekannte Gebäuderest der Burg Lichtenberg. Gewöhnlich war im Untergeschoß eines Palas die Dürnitz, eine gewölbte Halle mit Aufenthaltsräumen für Wächter und Gäste niederen Standes. Darüber befand sich der große Saal, der besonders in großen, dem Reichsadel gehörenden Burgen prächtig ausgestattet über eine weit ausholende Freitreppe erreichbar war. Häufig wurden kunstfertige Handwerker sogar aus dem Ausland geholt, um die Säle repräsentativ mit Säulenkapitellen und doppelten Fenstern auszustatten. Da der welfische König Otto der IV. im Jahr 1204 auf der Burg Lichtenberg einen prächtigen Hoftag abhielt, ist anzunehmen, daß das hiesige Herrenhaus einen repräsentativen Charakter besaß.

Da ein Palas kaum wehrtechnische Funktion besaß, befand er sich wie auf dem Lichtenberg stets an der am besten zu verteidigenden Stelle einer Burg. Der im hiesigen Volksmund irrtümlich als Verließ angesprochene, mit dem Herrenhaus verbundene auf die Vorburg vorgeschobene starke Wehrturm (6 x 6 m) bot so vor dem Zwingerbereich einen zusätzlichen Schutz zu dem nordwestlichen Burgplateau.
Würde die Lichtenberg noch existieren,
dann könnte ihr “Rittersaal” des Palas heute
so ausgesehen haben. (Mausklick vergrößert das Bild).
|
Die kleinen Bilder lassen sich durch einen Mausklick vergrößern. |
|
|
Blick auf die zum Zwinger zugewandte Mauer. Im Hintergrund der starke Turm. |
|
|
Südöstliche Mauer (jüngere Umbauphase) mit Treppenaufgang. |
|
|
Ein 1968 in unmittelbarer Nähe des Pallas (Graben der Vorburg) geborgener Fensterbogen, der vermutlich zum Pallas gehörte. Er ist heute im Bergfried ausgestellt. |
|
|
Dokumentation des Treppenaufganges/Mauerbefundes vor der Sanierung 2001. |
|
|
Wie oben |
|
|
Wie oben |
|