Wasserburg im Fuhseta: Steinbrück

An der alten Handelsstraße Braunschweig – Hildesheim, heute ist das die B1 – führte kurz vor dem heutigen Vechelde eine steinerne Brücke über die Fuhse. Um diese wichtige Brücke zu schützen hatte man eine gleichnamige Burg am Westufer der Fuhse gebaut

Erstmals wird „castrum Steynbrugge" im 14. Jahrhundert genannt.

Bauherr war vermutlich der Stiftsmarschall Ritter Hans von Schwicheldt

1393 verheerte Aschwin von Salder das Gebiet östlich von Hildesheim, weil ihm, durch den Bau der Steinbrücke, in seinem Gericht angeblich „Schaden geschähe“.

In den folgenden Jahren wurde die Steinbrück immer wieder verpfändet:

Anschließend übernahm es wiederum das Hildesheimer Domkapitel. Die Burg war inzwischen sehr baufällig geworden.

1421 begannen Erneuerungsarbeiten.

Am 13. Januar 1425 übergab der Bischof dem Domkapitel die Burg als Eigentum. Nun vollzog sich ein starker Ausbau dieser Wasserburg zu einer Befestigung zum Schutze des Hildesheimer Territoriums gegen die Braunschweiger. Die  Burg erhielt Marktrecht, ja sogar Stadtrecht, obgleich sie nie, auch nur ansatzweise, zur Stadt ausgebaut wurde.

Ab 1437 erfolgten neue Verpfändungen

an den Domherrn Henning von Salder, 1446 an den Domherrn Bodo von Salder, an Ludwig von Veltheim und an Heinrich von Salder und weitere.

1519 drang Herzog Heinrich der Jüngere in die Burg ein, zerstörte und plünderte die Vorburg und ließ alles Vieh mitgehen.

Im „Verließ" der Burg wurde von 1536 bis 1537 Jürgen Wullenweber gefangen gehalten. An ihn erinnert eine Inschrift: „Hier lag und litt Jürgen Wullenweber 1535-1537." Jürgen Wullenweber war der freiheitlich demokratisch gesinnte, protestantische Bürgermeister von Lübeck, der vor dem Herzog keine Gnade fand. Am 24. September 1537 wurde er vor Wolfenbüttel hingerichtet.

1553 war Graf von Mansfeld in Steinbrück. Er versuchte den protestantischen Glauben - 1542 eingeführt - auszurotten und in Steinbrück einen festen Ausgangs- und Pflegepunkt für den Katholizismus zu bekommen.

Unter seinem Sohn, Herzog Julius, wurde 1568 die Reformation eingeführt. Er baute den Zwinger an der NW-Seite.

Nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge (27. August 1626) (Dreißigjähriger Krieg), in der Tilly die Dänen besiegte, belagerte er die Feste im Fuhsetal. Am 15. September erfolgte die Übergabe.

Nach sechs Jahren (1632) stürmten die Schweden wieder die Burg. 1634, nach der Eroberung Hildesheims durch die Braunschweiger, kam Steinbrück an Braunschweig zurück. 1643 (Restitutionsrezeß) mußte das „Große Stift" an Hildesheim zurückgegeben werden.

Am 15. Dezember 1810 wurde Steinbrück Staatsdomäne.

Nach Hans Adolf Schultze: Burgen und Schlösser des Braunschweiger Landes“