Wann ?

Was geschah ?

1170

Heinrich der Löwe legt seine Hand auf Burg oder Burgstelle Lichtenberg (nicht gesicherte Erkenntnis).

1170-1180

In dieser Zeit hat der Welfe die Burg ausbauen lassen.

1176

Heinrich der Löwe will dem Kaiser Friedrich I., Barbarossa, die so dringend benötigte Waffenhilfe gegen die lombardischen Städte nur gegen die Abtretung Goslars gewähren. Obwohl Barbarossa dringend auf die Truppenhilfe angewiesen war, schlug er diese unzumutbare Forderung aus. Der Kaiser verlor die entscheidende Schlacht bei Legnano. Das hat Folgen für Heinrich und die Burg Lichtenberg.

1179
1180

Verbittert über diesen Erpressungsversuch schenkte Barbarossa den Klagen der sächsischen Fürsten über Heinrichs Expansionspolitik Gehör und verhängte nach einem Gerichtsverfahren über den Herzog die Acht (1179) und im Jahre 1180 die Oberacht. In dieses Jahr fällt auch die erste urkundliche Erwähnung der Burg Lichtenberg; der Kaiser war mit dem Reichsheer in Sachsen eingefallen und begann unverzüglich mit der Belagerung der Burg, die er auch nach wenigen Tagen einnehmen konnte.

1194

Da die Burg eine ständige Gefahr für die benachbarten Gebiete bedeutete, gelangte sie vermutlich erst wieder nach dem Friedensschluss Heinrichs des Löwen mit dem neuen staufischen Kaiser Heinrich VI., 1194 zu Tilleda, in den Besitz des Herzogs zurück.

1195

Der Burgherr der Lichtenberg, Heinrich der Löwe, stirbt am 6. August.

1198

Hatten die staufischen Anhänger am 8. März 1198 Philipp von Schwaben zum König gewählt, so ließ die welfische Partei am 9. Juni 1198 den erst sechzehnjährigen Sohn Heinrichs des Löwen, Otto, zum Gegenkönig erheben. Dadurch entbrannte der Zwist zwischen Staufern und Welfen erneut. Neuer Burgherr ist nun König Otto IV.

1202

In die nun entstandenen Kriegswirren fiel auch die Aufteilung des welfischen Erbes 1202 in Paderborn. Heinrich und Wilhelm mussten sich mit dem kleineren Anteil zufrieden geben, König Otto IV. erbte u. a. Braunschweig mit der Umgebung bis Hannover, nördlich bis Hankensbüttel, einen Teil des Landes zwischen Leine und Aller, die Burgen Assel, Schiltberg, Staufenburg, Herzberg, Scharzfeld, Lauterberg, Hohenstein und Lichtenberg.

1204

König Otto IV. verbringt Weihnachten auf der Burg Lichtenberg.

1206

Da die Staufer zur Sicherung ihres Reichsgutes um Goslar den Lichtenberg dringend benötigten, wurde der Reichsvogt Graf Hermann von Wöltingerode mit dem Sturm auf die welfische Burg beauftragt, was ihm Anfang des Jahres 1206 auch überraschend gelang.

1208

Erst nach der Ermordung des Gegenkönigs Philipp von Schwaben (1208) und der damit verbundenen allgemeinen Anerkennung Ottos IV. von Braunschweig zum alleinigen König fiel der Lichtenberg in die Hände des Welfen zurück.

1267

Nachdem Otto IV. zwischenzeitlich zum deutschen Kaiser gekrönt, im Jahre 1218 verstorben war, gingen die welfischen Ländereien auf den männlichen Erben seines Bruders Wilhelm über. Dieser “Otto, das Kind von Lüneburg” genannt, vererbte 1267 seinen beiden Söhnen Albrecht die Wolfenbütteler und Johann die Lüneburger Ländereien. Die Burg Lichtenberg gehörte zum Erbteil Johanns, der damit Burgherr der Lichtenberg wurde.

1273

Von 1273 ist die Gerichtsbarkeit „circa castrum Lichtenberg" bezeugt. Vielleicht besaßen bereits die Herren von Saldern zu dieser Zeit die Vogteirechte. Namentlich ist aber erst im Jahre 1299 Aschwin von Salder als Richter und Amtmann (officialis) belegt.

1365

Kurz nachdem Aschwin und Jan von Saldern die Burg als Lehen empfangen hatten, zwang Geldmangel den Herzog, den Lichtenberg für 2450 Mark lötigen Silbers an die Stadt Braunschweig zu verpfänden. Den dadurch erlittenen Schaden versuchten die Herren von Saldern nun durch Raubzüge gegen die Braunschweiger Patrizier wettzumachen. Aber bereits 1365 gelang den Herren von Saldern, die Burg gegen die gleiche Pfandsumme aus dem Besitz der „Braunschweiger" herauszulösen.

1379

Das Fehdebuch der Stadt Braunschweig berichtet in den Jahren 1379 -1382 von den Raubzügen der Herren von Saldern. So überfiel 1379 Aschwin von Saldern Handelswagen und zwang die Begleitmannschaften sie nach Lichtenberg zu führen. So fielen ihm unter anderem 17 Tonnen Heringe in die Hände.

1390

Da die Burg Lichtenberg vielen zweifelhaften Herrn Unterschlupf bot, ließe sich die Reihe der aufzuzählenden Überfälle noch fortsetzten. So hatten z. B. Borchhard von Saldern, Sieverd von Broistede, Kord von dem Steinberge oder Jan von Saldern keinen guten Leumund bei der Bevölkerung. Auch als die Burg 1388 wieder in die Braunschweiger Linie gelangte, setzte sich die Verpfändung an die Herren von Saldern fort. Herzog Friedrich vepfändete am 1390 die Burg und das Gericht wieder an Herren von Saldern für 4000 Mark lötigen Silbers auf mindesten 6 Jahre unter den auch sonst üblichen Bedingungen.

15. Jahrh.

Im 15. Jahrhundert wurden die Herren von Saldern scheinbar von der Burg verdrängt, denn nun werden Rudolf von Garßenbüttel, Herwig von Uetze als Vögte genannt.

1552

Endgültige Zerstörung der Burg durch Volrad von Mansfeld.

 

Nach Holger Dussberg: “Die Burg Lichtenberg”, erschienen 2003

Geschichte der Burg